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BOIBAND

BOIBAND

17.02.2018 - Köln

"The Year I Broke My Heart"

Tucké Royale und Hans Unstern haben Anfang 2016 die BOIBAND gegründet. Für das Debut Album The Year I Broke My Voice ist Black Cracker als drittes Bandmitglied dazugestoßen.

Boy mit I steht für die Problematisierung von Mannsein als Penis-Talent, für einen nachträglich erworbenen Stimmbruch, für die Akzeptanz schwangerer Daddies und für die Effeminisierung des Abendlandes.

Der „exzentrische Radikal-Chansonnier“ und „Sprachskeptiker“ Hans Unstern, „Performance Wunderkind“ und „Siebenkämpfer der Subkultur“ Tucké Royale und „Berlin's hottest Hip Hop artist at the moment!“ und „7-Billion-Dollar-Face“ Black Cracker positionieren sich im amourösen Dreieck BOIBAND.

Unstern und Royale haben zusammen die Songs geschrieben, Cracker die Beats produziert und Sounds kreiert.

Dabei entstand eine unverwechselbare musikalische Synergie, deren Markenzeichen Royales und Unsterns Gesänge sind. Wo Unstern in schwindelerregenden Höhen singt, klingt Royale eine Oktave darunter mit ordentlich Pathos in den Stimmbändern. Die selbstgebauten Harfen, von Unstern gezupft, geschlagen und gestrichen, bilden den organischen Angelpunkt der Harmonien, und treffen auf Crackers urbane Sounds und Arrangements und werden schließlich von Royales analogem Schlagzeug zurück in die Garage geschickt. Die unkonventionelle Instrumentierung der BOIBAND verzichtet auf eine klassische Besetzung und verlässt gewohnte musikalische Erzählweisen. So kommt das Debut Album The Year I Broke My Voice in einer ganz eigenen Temperatur daher. Die empowernden Pop-Songs bestechen in ihrer kollektiven Autorenschaft durch epische Verse. Text und Musik beschreiten zusammen einen innovativen Weg in die Zukunft und rufen uns von dort aus zu, dass das bessere Leben kein blasser Traum ist. Bei BOIBAND gehen politische Inhalte und Glamour zusammen.

Zu Ehren vergessener Genitalien heißt es im pornografischen Antieinschlafgebet Perineum von einer Spieluhr begleitet: „Pray for my perineum“. Der Lovesong Bikini Atoll erklärt die Parole „Let's Make Love On The Bikini Atoll“ als eine Metapher für den Willen, ein gutes Leben in einer vergifteten Atmosphäre zu führen. BOIBAND bleibt nicht vor dem Versprechen der Utopie stehen, sondern ermutigt dazu, der Einladung auf die post-utopische Insel zu folgen.

Die Erfahrung ewiger Jugend und hormoneller Verjüngung wird in Second Puberty charmant besungen: „The voice breaks with every shot of T / It's not a freudian slip / Overwriting deja vu's / Of leaving the sinking ship“. Mit dem Opener Herosexual haben BOIBAND ein Manifest geschrieben und verkünden „The revolution will be injected“. Die Songs referieren mitunter auf queere Bewegungen und Wahlverwandte. So wird Leslie Feinbergs Einsicht „Strange to be exiled / from your own sex / to borders / that will never be / home“ zum Refrain für den Song Diaspora.

Butch Stone Blues beklagt den Tod der weltweit durch Hassgewalt ermordeten queeren Schwestern und Brüder, erinnert sich an sie und erweist ihnen die letzte Ehre: „So many short short stories with mortal endings. In this lapidarium of comrades the cranes twitter lamentations“. Der 10minütige Schluss-Song Hermmaids rehabilitiert die in Märchen und Kitsch geschändeten Meerjungfrauen und träumt von utopischen Orten an denen alles möglich scheint: „Nobody holds their breath under water“.

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